Dramatisch Massiver Stau durch unglaubliche Ampel-Steuerung

Reiner Hartenstein

Vorwort: "Industrie 4.0" ermöglicht eine eine sehr erfolgreiche Wirtschaft aber nur, wenn die Belegschaft und das Management entsprechend qualifiziert sind. Dazu ist eine möglichst rasche Anpassung aller Ebenen unseres Bildungswesens notwendig [1]. Auch eine drastisch verbesserte Effizienz des Straßenverkehrs fördert unseren wirtschaftlichen Erfolg. Dies kann viel rascher realisiert werden, da das Informatik-Know-how mit der Ausrüstung quasi fertig mitgeliefert wird. Dadurch sind solche Steuerungssysteme leicht bedienbar auch für Leute, die keinen anspruchvollen Informatik-Background besitzen. Der folgende Beitrag verdeutlicht wie enorm wichtig und massiv nützlich eine eine hierdurch realisierbare Optimierung des Straßenverkehrs ist.

Mit dem PKW unterwegs südwärts nach Baden-Baden habe ich es selbst erlebt: an einem Werktag ein mehrere Stunden dauernder Stau von ca. 50.000 Fahrzeugen. Wohl wegen eines schweren Unfalls war die Autobahn A 5 ab der Ausfahrt Karlsruhe Süd in südlicher Richtung mehrere Stunden lang total gesperrt. Eine beschilderte Umleitung führte über die B 36 in Richtung Rastatt zur Erreichung der BAB-Auffahrt "Rastatt Nord" (Bild 1).

Da die B36 (nur eine statt 3 Fahrpuren je Richtung) den Verkehr nicht voll aufnahm, verzweigte sich der Stau durch die Ortschaften hindurch (Bild 2). Auch innerhalb der Ortschaften erfolgte Kapazitäts-gedrungen eine weitere Verzweigung (Bild 3). Alle die betroffenen Ortschaften waren stundenlang gefüllt mit einer stinkenden Schlange schleichender und wartender Fahrzeuge.

 
 
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Erst per BAB-Anschluß Rastatt Nord ging es wieder zurück auf die Autobahn. Eine Ampel regelte dort das Linksabbiegen in die BAB-Zufahrt (Bild 4) ca. alle 2 Minuten mit einer extrem kurzen Phase, die nur für etwa 5 Fahrzeuge reichte. Unglaublich! So dauerte der Abfluß des Stau (Bilder 1 bis 3) viele Stunden. Leben wir denn in einer Bananenrepublik ? Vor Jahrzehnten hätte man dort einen Polizisten hingestellt zur manuellen Bedienung dieser Ampel.

Wozu Ampeln, die sofort auf rot schalten, sobald ein Fahrzeug naht? Ein weit ver-breitetes Symptom: heute eine Aufgabe für Methoden der "Industrie 4.0" [1,2,7], eine Verkehrs-Staus stark vermindernde oder gar vermeidende Verkehrs-Steuerungs-Strategie für Ampeln per Internet zu koordinieren [3]. Nur so sind die unbeabsichtigten weit verbreiteten "roten Wellen" zu vermeiden. Unsere Wirtschaft braucht leistungsfähige Infrastrukturen, die ohne gut ausgebautes und effizient verkehrstüchtiges Straßennetz praktisch undenkbar sind.  

Extrem kostengünstige Verkehrsoptimerung per Internet

Selbst für kleinere Gemeinden erschwinglich ist eine Verkehrsoptimerung per Internet [3]. Über ein Siemens-Software-System kann man per PC, Tablet oder Smartphone auf Controller, Detektoren und Parkhäuser zugreifen [4]. In kleineren Städten dient Sitraffic smartGuard als virtuelle Basis-Verkehrszentrale. Die Hardware steht bei Siemens in München, wo sie permanent gewartet wird. Die Kommunen benötigen dafür weder IT-Personal noch Betriebsräume und können per Internet direkt darauf zugreifen. Da nur die Nutzung bezahlt wird, bleiben ihnen Hard- und Software-Investitionen erspart. In grösseren Städten, deren komplexere Strassennetze mehr als die Basisfunktionen eines Verkehrsrechners erfordern, spielt Sitraffic smartGuard eine andere Rolle – als Zusatzmodul zu klassischen Verkehrszentralen: auch über den zusätzlichen Zugriff über mobile Endgeräte, sogar auch am Wochenende vom heimischen Wohnzimmer aus.

Das neue Programm erleichtert Mitarbeitern von Tiefbauämtern, Polizei, und anderen Dienst-stellen einen besonders einfachen Zugang zu dieser verkehrstechnischen Infrastruktur. Der Ein-arbeitungs-Aufwand ist marginal. Intuitive Bedienung per übersichtlicher grafischer Oberfläche macht das Arbeiten sehr einfach und setzt beim Nutzer keinerlei Expertenwissen voraus. Wer ein Smartphone nutzt, der kann auch das. Wenige Mausklicks geben einen kompletten Überblick über das Gesamtsystem mit dem für mobilen Einsatz optimierten Visualisierungskonzept. Europaweit liefen schon im Jahr 2015 mehr als 1500 Lichtsignalanlagen per Sitraffic: in deutschen, finnischen, griechischen, norwegischen, polnischen, schweizerischen und ungarischen Städten [3,4].

Literaturhinweise:

[1] Reiner Hartenstein: Die IT-Herausforderung; Seite 22, Wirtschaftsforum  9, 2015 [X]
[2] Reiner Hartenstein: Industrielle Revolutionen; Memo
[3] N. N.: Verkehrssteuerung via Internet; 10.04.2015, Innovations-Report
[4] N. N.: SmartGuard - größter cloudbasierter Verkehrsrechner der Welt; Straßenverkehrstechnik [5] N. N.: Verkehrstelematik; Wikipedia (vt)
[6] N. N.: Verkehrsmanagement; Wikipedia (Vm)
[7] Reiner Hartenstein: Wirtschaft 4.0 für unser Straßennetz; MIT 2016